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07/06/2012
La Alcarria: Honig und Literatur
In der Provinz Guadalajara, nur wenige Kilometer von Madrid entfernt, befindet sich die Region Alcarria. Wie so oft, ist das Nächstliegende das Unbekannteste und so war den Bewohnern der Hauptstadt die Existenz dieser so naheliegenden Gegend kaum bekannt, bis der Literaturnobelpreisträger Camilo José Cela 1948 sein Werk Viaje a La Alcarria, (Reise nach Alcarria) schrieb, zweifelsohne einer der bekanntesten Reiseführer der spanischen Literatur.
Cela durchwanderte die Gegend zu Fuß. Das Buch, das seinerzeit 65 Peseten kostete (was heutzutage weniger als 50 Cent entspräche) und mit Fotografien von Karl Wlasak illustriert war, wurde sofort ein echter Bestseller und Pflichtlektüre in den Schulen. Heutzutage, nachdem es in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt wurde und mehr als 10 Millionen verkaufte Exemplare aufweisen kann, ist es weiterhin so beliebt, dass es ihm zu Ehren in der Burg des Hochlandortes Torija sogar ein Museum gibt.
Dieses Spanien, in dem der Autor die Dorfbewohner auf dem Pferdewagen begleitete, ist nur noch Geschichte (dies wurde deutlich, als Cela kurz vor seinem Tod Nuevo viaje a La Alcarria (Eine erneute Reise nach Alcarria) schrieb. Auch die Landschaft hat sich verändert und zwar sehr. Tatsächlich kann man in einem Ausschnitt lesen:„Die Leute reden von den Stauseen, die im Tajo und Guadiela entstehen. Man sagt, dass sie sehr bedeutend werden.“ Er bezog sich auf die heutigen Talsperren Entrepeñas und Guadiela. Jedoch ist etwas seit Celas Zeiten gleich geblieben: der Duft. Ein Gebiet mit viel Sonne und viel Wasser, hat es zahlreiche wildwachsende Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Lavendel, welche die Grundlage für das bekannteste Produkt der Alcarria bilden: seinen köstlichen Honig.
Die Tradition schreibt vor, dass er in Tongefäßen mit einem Holzlöffelchen verkauft werden soll, jedoch ist die Nachfrage so groß, dass man ihn nun fast immer in Gläsern findet. Aber wie bisher, ist es das Wichtigste seinen Geschmack zu genießen. Cela konnte dies tun, da ihm 1986 der Preis „Das eigene Gewicht in Honig“ verliehen wurde. Eine Trophäe, die man nicht in einem Glasschrank ausstellen kann, sondern die wörtlich zu verstehen ist: der Geehrte erhält so viele Kilo Honig aus Alcarria wie er an Gewicht auf die Waage bringt. Sonderbarerweise erhielt Mario Vargas Llosa, ein weiterer Nobelpreisträger in spanischer Sprache, auch diesen Preis im Jahr 2005.
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1 Kommentar
21/04/2013 04:29h
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